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<title>Markt 7 (Dettelbach)</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Markt 7 (Dettelbach)</span></h1>
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<p>Das Haus <b>Markt 7</b> (auch <b>Götz-Haus</b>, früher Hausnummer 175) ist ein <a href="Baudenkmal" title="Baudenkmal">denkmalgeschütztes Gebäude</a> in der <a href="Altstadt_(Dettelbach)" title="Altstadt (Dettelbach)">östlichen Altstadt</a> des unterfränkischen <a href="Dettelbach" title="Dettelbach">Dettelbach</a>. Die Hakenhofanlage bestimmt den städtebaulichen Charakter des Marktes der Stadt maßgeblich mit.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Das Haus Markt 7 stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Am linken <a href="St%C3%A4nder" title="Ständer">Außenständer</a> des zweiten Obergeschosses ist die Jahreszahl 1577 zu erkennen, die wahrscheinlich auf das Baujahr hinweist. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Haus im Jahr 1599. Damals lebte dort der <a href="Hochstift_W%C3%BCrzburg" title="Hochstift Würzburg">fürstbischöflich-würzburgische</a> <a href="Keller_(Amt)" title="Keller (Amt)">Amtskeller</a> Bartholomäus Schönkapp. Das Haus wurde in der Folgezeit immer als Wohn- und Geschäftshaus genutzt. Dort wohnte die Dettelbacher Oberschicht. Im Jahr 1635 ist Johann Georg Schönkapp im Anwesen nachweisbar, der 1675 starb.
Er hatte bereits 1670 das Haus an Johann Schumann verkauft, der als Kaufmann und Gewürzkrämer arbeitete und Mitglied des Dettelbacher <a href="Stadtrat" title="Stadtrat">Stadtrates</a> war. 1693 ist der <a href="Fleischer" title="Fleischer">Metzger</a> Friedrich Blank dort nachweisbar. Auch er saß im Rat der Stadt. Blank vererbte das Haus seinem Sohn Melchior, der von 1725 bis zu seinem Tod 1742 dort lebte. In der Folgezeit bestand in den Räumlichkeiten eine vom Rat Thomas Höfer betriebene, für Dettelbach typische <a href="Lebkuchenb%C3%A4cker" title="Lebkuchenbäcker">Lebküchlerei</a>. Höfer war auch als Wachszieher tätig und stellte Kerzen für die <a href="Maria_im_Sand" class="mw-redirect" title="Maria im Sand">Wallfahrer</a> her, die die Stadt besuchten.
</p><p>Der Sohn Adam Höfer erweiterte 1778 mit der Übernahme des Hauses sein Warenangebot mit Wein. Er stieg vor seinem Tod 1831 zum <a href="B%C3%BCrgermeister" title="Bürgermeister">Bürgermeister</a> seiner Heimatstadt auf. Der <a href="Weinhandel" title="Weinhandel">Weinhandel</a> spielte in der gesamten ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Rolle. Das Haus besaßen die Händler Karl Schauer und Franz Schlör. Nach dem Tod Schlörs 1869 kam mit Georg Eyersheim ein Buchbinder zu der Hofanlage. Der folgende Eigentümer Michael Ködel war Kaufmann und <a href="Kurzwaren" title="Kurzwaren">Kurzwarenhändler</a>. Seine Witwe Elisabetha betrieb das Geschäft nach seinem Tod 1899 noch bis 1909 weiter.
</p><p>1909 erwarb der Kaufmann Johann Hauck das Haus und führte die Kurzwarentradition fort. Hauck starb 1926 und der Laden ging an seine Witwe Babette. 1938 richtete Karolina Götz, geborene Hauck, die Tochter des Ehepaares, ein Kurz- und <a href="Spielwaren" title="Spielwaren">Spielwarengeschäft</a> ein. Sie hatte den Kaufmann Bernhard Götz geheiratet, nach dem das Haus im 20. Jahrhundert auch den Namen Götz-Haus erhielt. 1952 legte man das unter <a href="Putz_(Bauteil)" title="Putz (Bauteil)">Putz</a> verborgene <a href="Fachwerk" title="Fachwerk">Fachwerk</a> frei. 1963 ging das Geschäft an Oskar Götz und seine Ehefrau Rosemarie Mayer.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nach häufigen Besitzerwechseln ab 1992 kaufte 2013 die Stadt Dettelbach das Haus.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beschreibung">Beschreibung</h2></div>
<p>Das Haus wird vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als Baudenkmal geführt. Untertägige Überreste von Vorgängerbauten sind als <a href="Bodendenkmal" title="Bodendenkmal">Bodendenkmal</a> vermerkt. Daneben ist es ein markantes Element des Ensembles Altstadt Dettelbach. Das Anwesen präsentiert sich als dreigeschossiger <a href="Giebelst%C3%A4ndig" class="mw-redirect" title="Giebelständig">Giebelbau</a> mit <a href="Satteldach" title="Satteldach">Satteldach</a> aus der Zeit der <a href="Renaissance" title="Renaissance">Renaissance</a>. Das massive Erdgeschoss wurde im 20. Jahrhundert stark verändert, um hier Ladenflächen einzubauen. Die Obergeschosse wurden mit Fachwerk errichtet. Der Hausgrundriss ist hakenförmig, wobei der Innenhof ursprünglich nur über die Bachstraße erreicht werden konnte.
</p><p>Nachträglich wurde im Erdgeschoss eine <a href="Ladenpassage" title="Ladenpassage">Passage</a> eingebaut, das Portal wurde mit einem Steinrahmen aus der Zeit um 1780 ausgestattet. Das Obergeschoss kragt oberhalb des <a href="Gesims" title="Gesims">Gesimsbalkens</a> nach vorne, wodurch mehr Platz in den Obergeschossen existiert. Die Kragsteinreihe ist typisch für die Dettelbacher Altstadt und könnte sich an die gegenüberliegende Burg- oder Kirchenzinne anlehnen. Die Fenster entstammen unterschiedlichen Jahrhunderten und gelangten teilweise in der Barockzeit hierher. Sie weisen <a href="Ohrung" class="mw-redirect" title="Ohrung">geohrte</a> Rahmungen auf. Die Fenster des Dachgeschosses sind noch aus der Bauzeit überkommen.
</p><p>Das Fachwerk der Obergeschosse ist verkämmt, die Ständer werden von langen <a href="Fu%C3%9Fband" title="Fußband">Fußstreben</a> gestützt, die bis an den Halsriegel reichen und mit dem Pfosten verzapft wurden. Die Gefügeart von Kopf- und Fußstreben weisen den sogenannten „<a href="Mann_(Fachwerk)" title="Mann (Fachwerk)">Mann</a>“ als typisches Element des fränkischen Fachwerks der Renaissance auf. Daneben weist das Haus auch Zierfachwerk wie die kurzen Streben unterhalb des Brustriegels auf. Sie sind als sogenannte <a href="Andreaskreuz" title="Andreaskreuz">Andreaskreuze</a> ausgeformt. Auch das spiralförmige Schnitzwerk der Außenständer hat rein schmückenden Charakter.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Hans_Bauer_(Heimatforscher)" title="Hans Bauer (Heimatforscher)">Hans Bauer</a>: <i>Die kulturlandschaftliche Entwicklung des alten Amtes Dettelbach seit dem 16. Jahrhundert (= Mainfränkische Studien Bd. 17/II)</i>. Würzburg 1977.</li>
<li>Hans Bauer, Konrad Reinfelder: <i>Dettelbacher Fachwerkhäuser: Kleine Stilgeschichte des mainfränkischen Fachwerkbaus. Teil II: Die Renaissance II.1. Das Fachwerkhaus am Markt 7 (= Dettelbacher Geschichtsblätter 03/2008, Nr. 261, 34. Jhg.)</i>. Dettelbach 2008. 2 Seiten.</li>
<li>Konrad Reinfelder: <i>Häuser und Hausgeschichten rund um den Marktplatz. Ein altes Foto berichtet. 2 Teile (= Dettelbacher Geschichtsblätter 03 u. 04/2014, Nr. 304/305, 40. Jhg.)</i>. Dettelbach 2014. 4 Seiten.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Markt_7_(Dettelbach)?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Markt 7 (Dettelbach)</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Hans Bauer, Konrad Reinfelder: <i>Dettelbacher Fachwerkhäuser: Kleine Stilgeschichte des mainfränkischen Fachwerkbaus. Teil II: Die Renaissance II.1. Das Fachwerkhaus am Markt 7 (= Dettelbacher Geschichtsblätter 03/2008, Nr. 261, 34. Jhg.)</i>. Dettelbach 2008. 2 Seiten.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Konrad Reinfelder: <i>Häuser und Hausgeschichten rund um den Marktplatz. Ein altes Foto berichtet. 2 Teile (= Dettelbacher Geschichtsblätter 03 u. 04/2014, Nr. 304/305, 40. Jhg.)</i>. Dettelbach 2014. 4 Seiten.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Hans Bauer: <i>Die kulturlandschaftliche Entwicklung des alten Amtes Dettelbach seit dem 16. Jahrhundert (= Mainfränkische Studien Bd. 17/II)</i>. Würzburg 1977. S. 272–274.</span>
</li>
</ol>
<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">49.80189032</span><span class="longitude">10.16141742</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:49.80189032,10.16141742"><span title="Breitengrad">49° 48′ 6,8″ <abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">10° 9′ 41,1″ <abbr title="Ost">O</abbr></span></a></span>
</p></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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